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Andermatt Swiss Alps

Bernhard Russi: „Das erste Skifahren ist wie das Treffen einer alten Freundin“

Die Skisaison in Andermatt ist in vollem Gange. Wir sprechen mit dem bekannten Schweizer Olympiateilnehmer und heimatverbundenem Andermatter Bernhard Russi über das Skifahren in Andermatt und erfahren, was es mit dem legendären „B-Russi-Run“ auf sich hat.

Wie fühlt sich für Sie die erste Ski-Abfahrt der Saison an?

Das erste Mal nach dem Sommer einen Hang hinunterzufahren ist so, als würde man nach langer Zeit eine alte Freundin wieder treffen. Man ist ein bisschen nervös, lässt es langsam angehen, versucht ein Gefühl für die Umgebung zu bekommen, gewöhnt sich an den Schnee und seine Konsistenz, bis man wieder Vertrauen fasst. Und dann beginnt der Höhenflug! Bei diesem Erlebnis geht es nicht nur um den Skisport, sondern auch um den Geruch des Schnees und die Geräusche und um den Wind, der einem ins Gesicht bläst.

Welche Familienabfahrt ist Ihrer Ansicht nach die beste in Andermatt?
Familien sollten es unbedingt am Nätschen probieren. Dort scheint die ganze Saison und den ganzen Tag lang die Sonne und man findet verschiedene einfache Hänge für Anfänger gleich neben den schwarzen Pisten.

Und welche Piste würden Sie Profis empfehlen?
Genau dieselbe Frage hat mir übrigens vor rund 15 Jahren der Direktor der Gemsstockbahn gestellt . Wir gingen damals den Gemsstock hinauf und genossen anschliessend nonstop eine der aufregendsten schwarzen Abfahrten der gesamten Alpen. Ein Höhenunterschied von 1500 Metern, sehr steil, anspruchsvoll, aber ein durchaus abwechslungsreiches Gelände. Seither nennen sie den mittleren Teil, eine 600 Meter lange, 70 Grad steil abfallende Rinne, den „B-RUSSI-RUN“!

Was gibt es in diesem Winter Neues in Andermatt?

Die neu gegründete Andermatt-Sedrun Sport AG, wird ihre Arbeit aufnehmen. Wir setzen damit einen ersten Schritt zur Verbindung der beiden Täler, Andermatt und Sedrun, und zur Entwicklung und Erweiterung des Gebiets zu einer einzigen grossen Skiarena für jeden sportlichen Ehrgeiz, die alle Bedürfnisse und Träume befriedigt.

Wie viele Schneepflüge stehen im Dorf bereit?
Je nach Neuschneelage drei bis acht. Um aber die Pisten zu präparieren und nach heftigen Schneefällen alle Strassen und Parkplätze zu räumen, benötigen wir grosse Schneefräsen!


Bieten Sie in Andermatt auch Heli-Skiing an?

In Andermatt selbst gibt es diese Möglichkeit nicht. Unserer Philosophie zufolge ist es am schönsten, sich mit der Seilbahn so hoch wie möglich hinaufbringen zu lassen, auf der anderen Seite durch den Tiefschnee abzufahren, dann die Felle auf die Skis zu spannen, eine Viertel- oder halbe Stunde bergauf zu wandern, zum nächsten Tal abzufahren und so weiter. Doch ganz in der Nähe gibt es tatsächlich auch einen Heli-Skiport. In Erstfeld, etwa 20 Minuten von Andermatt entfernt, können Sie sich mit dem Helikopter auf das Sustenhorn fliegen lassen, um dort in absoluter Einsamkeit auf dem Gletscher Ski zu laufen.

Wann beginnen die Arbeiten für die vereinbarte Erweiterung des Skigebiets mit SkiStar?
SkiStar übernimmt die Leitung der beiden gerade erst zusammengelegten Ski-Arenen Sedrun und Andermatt Anfang der kommenden Saison. Die Arbeiten an einer Verbindung der beiden Täler sollen im Frühling 2013 beginnen.

Würden Sie uns Ihren geheimen Lieblingsort im winterlichen Andermatt – zum Skifahren oder einfach für ein unvergessliches Bergerlebnis – nennen?
Meinen persönlichen Winter-Lieblingsort habe ich in der Abgeschiedenheit der Berge beim Freeriden hinunter ins Unteralptal gefunden. Das ist gar nicht schwierig, erfordert allerdings Erfahrung. Wenn Sie die nicht haben, nehmen Sie lieber einen Bergführer mit! In der Vermigelhütte kann man sich heissen Kaffee oder Tee zubereiten und Mitgebrachtes aus dem Rucksack essen. Und dann gibt man sich am besten ganz dem Genuss von unberührtem Pulverschnee, Stille und Sonne hin. Nach Andermatt kommt man jederzeit über eine einfache Abfahrt zurück.

Was macht Ihrer Meinung nach eine gute Piste aus?
Die Vielfalt des Geländes, das Licht, die Umgebung, der Zustand des Schnees, wie gut die Piste präpariert ist, das Verhältnis zwischen Länge und Steilheit, die richtige Breite, um von einer Seite zur anderen carven zu können, das optimale Gefälle, um mit der gewünschten Geschwindigkeit abfahren zu können – ich würde sagen, diese ganz spezielle Symbiose aus Herausforderung und Vergnügen.

Und was empfehlen Sie Gästen, die nicht Ski fahren, für den Winter in Andermatt?
Das Wandern mit oder ohne Schneeschuhe kann viel Spass machen, nicht zu vergessen auch das Langlaufen. Andermatt bietet mehr als 20 km präparierte Spuren für erfahrene Langläufer ebenso wie für Anfänger.

Oder möchten Sie vielleicht einmal an einem Biathlon teilnehmen?
Die Gelegenheit dazu gibt es, hinten im Tal, in Realp.

 

 

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