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Andermatt Swiss Alps

Viel Schnee bedeutet Stress für die Dächer

Andermatt präsentiert sich wie jeden Winter tief verschneit – und weitere Schneefälle sind angekündigt. Was die Herzen von Skiläufern und Winterfans höher schlagen lässt, bedeutet aber einen nicht unerheblichen Stress für die Dächer im hochalpinen Ferienort. „Das Dach des The Chedi Andermatt muss bis zu 1.5 Tonnen Schnee pro Quadratmeter aushalten“, verrät uns Holzbauingenieur Andreas Burgherr von Timbatec. „Zum Glück wurde die Dachkonstruktion gleich im ersten Winter schon mit genügend Schnee einer Probe unterzogen.“ Jetzt schaut man den angekündigten weiteren Schneefällen deshalb recht gelassen entgegen.

The Chedidach Giebel eingeschneit_bearb. gr.

Die statische Planung eines grossen Dachstocks wie jenes des Hotels The Chedi Andermatt ist – gerade im Alpenraum und mit Blick auf die hohe Schneelast – eine Herausforderung. „Der Anspruch beim Chedi war es, ein ästhetisches Dach mit einer hohen Nutzlast zu konstruieren, aber es sollte in der Tiefe nicht zu dick sein.“, erklärt uns Burgherr. In Andermatt ist mit Schneehöhen von bis zu 2.5 Metern zu rechnen. Das zeigt die Schneekarte Schweiz, die auf der Höhenlage über Meer und der allgemeinen Wetterlage von Andermatt basiert. Darum hat man sich bei der Planung für einen liegenden Dachstuhl entschieden.Thomas Balzli, Projektleiter der Andermatt Swiss Alps AG, erklärt diese technische Variante wie folgt: „Das sind gebogene Holzkonstruktionen, die das Dach zum einen tragen, und sich zum anderen unter der Schneelast verbiegen können.“ Burgherr fügt an: „Ein Knackpunkt waren die Giebelverglasungen. Diese müssen von der Schneelast komplett befreit sein, sonst gehen die Fenster in Brüche. Um jedes Fenster im Dachstock ist darum ein Bewegungsraum einkalkuliert, der die Verformung der Dachträger abfedert.“

Spielraum Dachbalken_bearb.  Dachstock Penthouse_bearb.

Doch nicht nur die Statik des Daches muss den Schneemassen genügen. Auch die Ausstattung ist speziell angepasst worden. So sind auf den Dächern aller Chedi-Gebäude Schneefänge und sogenannte Querstangen montiert. Diese verhindern das Abrutschen des Schnees. Zudem sind in gewissen Bereichen Begleitheizbänder installiert. Sie sollen aber nicht für wohlige Wärme im Gebäude sorgen, sondern den Abfluss des Tauwassers – ohne dass dieses gefrieren kann –  sicherstellen.

Die Dächer im The Chedi Andermatt sind also bereit auch für ganz grosse Schneemengen. Und niemand muss auf die Dächer steigen, um sie in mühsamer Handarbeit per Schaufel vom Schnee zu befreien. Niemand? „Nicht ganz! Eine Ausnahme ist das Glasdach beim Eingang. Bei mehr als zweieinhalb Metern Schneehöhe müsste «Mann» dort mit der Schaufel auf das Dach steigen,“ schmunzelt Balzli.

The Chedi Aussenansicht 1_bearb.  Eingang The Chedi Andermatt - Schneedach_bearb.

 

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