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Andermatt Swiss Alps

Betrachten, fühlen, studieren – Schweizer Architekten entdecken das The Chedi Andermatt

Es ist schon fast so etwas wie ein Klassentreffen, das alljährliche Meeting der beauftragten Architekten der Andermatt Swiss Alps AG. Über dreissig Architekten sind alleine im Tourismusprojekt involviert und sind zum Treffen, das bereits zum sechsten Mal stattfindet, herzlich eingeladen. Wie jedes Jahr stand auch am letzten Mittwoch wieder der Austausch zwischen den Spezialisten im Zentrum, aber nicht nur. Nein, im Fokus des Interesses stand dieses Jahr definitiv auch ein einzigartiges Bauwerk – das The Chedi Andermatt. Das bestätigt auch der Gastgeber Ihab Morgan, der bei der Andermatt Swiss Alps AG Leiter Destinationsplanung ist: „Das Interesse war riesig. Wir hatten einen Teilnehmer-Rekord.“ Oder in Zahlen ausgedrückt: Über 40 Architekten reisten für das Treffen im neuen 5-Sterne-Deluxe-Hotel The Chedi Andermatt aus der ganzen Schweiz an.

Entworfen wurde dieses einzigartige Hotel von Denniston International Architects & Planners Ltd. aus Kuala Lumpur (Malaysia). Für die Umsetzung vor Ort war das Urner Architekturbüro Germann & Achermann AG mit Marino Epp verantwortlich. Vor dem Hotel-Rundgang zeigte der Altdorfer dem Fachpublikum die grössten baulichen Herausforderungen auf und sprach gleich ein für das Hotel äusserst charakteristische Element an – die über 200 Feuerstellen: „Sowohl für die Gas- wie auch für die Holzfeuerstellen erfolgten zahlreiche umfangreiche Tests mit der Brandschutz Behörde des Kantons Uri.“

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Anfassen erlaubt
Dass die verschiedenen Herausforderungen mit Bravour gelöst wurden, zeigte der anschliessende Rundgang, auf dem ein Schild mit Hinweis „Bitte nicht berühren“ die Architekten wohl sehr betrübt hätte. Der Grund ist simpel: Die Materialvielfalt im The Chedi Andermatt provoziert richtiggehend zum Anfassen. Nur durch die Berührung erleben die Architekten die Haptik der eingesetzten Materialien. Und so wurde aufmerksam betrachtet, gefühlt, studiert und natürlich auch diskutiert. So fand Michel Tscherry der CAS Architekten für die Deluxe-Suite nur lobende Worte: “Dieses Zimmer ist eindrucksvoll möbliert. Ich fühle mich als Gast wohl.“ Und er ergänzte: „In der Gesamtbetrachtung fehlt mir persönlich aber etwas die klare Linie.“ Damit spricht der Bauökonom die zahlreichen Materialwechsel an, die für ihn mitunter „etwas wild“ seien. Sein Arbeitskollege René Chappuis zeigt sich insbesondere von der Planung beeindruckt: „Das Planungsteam leistete hier hervorragende Arbeit. Kein Detail wurde dem Zufall überlassen. Ein ganz besonderes Highlight sind die Lichter im Hotelkorridor, die ein Blumenmuster an die Wände projizieren – scheinbar ein Detail, aber genau solche Dinge entscheiden über den Gesamteindruck.“

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Gstaad goes Andermatt
Mit dem Bauen in den Bergen kennen sich auch die Hauswirth Architekten bestens aus. Das Büro mit Sitz in Gstaad hat für das Projekt mehrere Villen geplant und leitet momentan einen Hotelbau im Gstaad. „Daher ist diese Besichtigung für mich derzeit gerade doppelt spannend“, erklärt Jacqueline Allen. Die Architektin legt Wert auf einen klar erkennbaren Stil. Besonders angetan hat es ihr im The Chedi Andermatt die Lobby. Jedes Detail sei wunderbar aufeinander abgestimmt: „Es geschieht dort so viel. Das Zusammenspiel der unterschiedlichen Materialien wirkt auf uns Architekten unglaublich spannend.“

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Stilvolle und kreative Lösungen sind auch das Credo des Planungsbüros OOS. Gonçalo Manteigas haben es gerade auch in dieser Hinsicht zwei Räume im Hotelkomplex besonders angetan: Das Fitnessstudio und der private Dining Room. “Beide Räume sind sehr stimmig entworfen und die private Essgelegenheit wird von einigen Gästen bestimmt sehr geschätzt – eine gute Idee und gelungene Lösung.“ Gefallen findet der Zürcher Architekt auch das Gesamtprojekt: „Holz als Motiv für die Fassade zu wählen war ein wichtiger Entscheid. Meiner Meinung nach ist die Einbettung ins Dorfbild sehr gelungen.“

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Die offizielle Eröffnung des The Chedi Andermatts fand am 6. Dezember 2013 nach rund vierjähriger Bauzeit statt. Während der Bauzeit liessen bereits die Miniaturen des The Chedi Andermatt erkennen, wie das Haus und dessen Umgebung dereinst aussehen wird. Der Mann mit der ruhigen Hand, der das Modell erstellt hat, ist Christian Oehrli Besitzer von Oehrli & Fricker Modellbau AG. „Als ich den Auftrag erhielt, das The Chedi Andermatt in Miniatur nachzubauen und in die Dorfumgebung einzubetten, dachte ich, sie hätten sich im Massstab geirrt.“ Mittlerweile wurde er vom Gegenteil überzeugt. „Das stimmige 5-Sterne-Deluxe-Hotel wirkt dominant, passt aber gleichzeitig gut ins Dorfbild. Im Innern faszinieren mich die einzigartige Vielfalt an Lampen. Als Gast fühle ich mich wohl.“

Chedi Modell

Angekommen in der Après-Skibar gibt es zu den baulichen Eindrücken noch einen Gruss aus der Küche mit auf den Heimweg. Ob und welche Ideen von der Besichtigung mitgenommen werden, bleibt das Geheimnis eines jeden Architekten.

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