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Andermatt Swiss Alps

Im Schneckentempo unter die Bahn

Die Spannung ist am Bahnhof Andermatt am Dienstagmorgen fast greifbar. Die Arbeiter der Firma Hebag sind in Position, und jeden Augenblick setzen sich knapp 1‘600 Tonnen Material der vorgefertigten Betonunterführung in Bewegung in Richtung Bahngleise. Das zumindest ist die Hoffnung. „Die grosse Herausforderung ist, dass wir keine Möglichkeit zu einem Probedurchlauf haben. Ich habe zwar 20 Jahre Erfahrung, aber jede Baustelle ist anders“, sagt der Technische Leiter Balz Girsberger, ohne einmal die Augen von seiner Arbeit zu nehmen. Er steht am Steuerungscomputer. Trotz dieser technischen Unterstützung braucht die Aufgabe viel Fingerspitzengefühl. Dann halten alle den Atem: Die Unterführung nimmt einen kleinen Ruck und startet ihre Reise. Sie schiebt sich langsam, Millimeter um Millimeter, nach vorne.

Girsberger_blog

Die Unterführung in Andermatt birgt noch eine zusätzliche Herausforderung: Sie ist mit 35 Metern sehr lang und muss insgesamt ganze 45 m weit verschoben werden. Urs Herger, Project Manager Destination Planning der Andermatt Swiss Alps AG, ist ebenfalls angespannt. „Natürlich bin ich mich alle Arten von Bauten gewohnt, aber dieser Einschub ist schon sehr spektakulär.“ Gebannt schaut er zu, wie sich das massive Betongebilde ganz langsam konstant vorwärts bewegt. Dabei war der Weg gar nicht so einfach, denn zuerst musste die Unterführung mit Hydraulikpressen angehoben werden. Erst dann kann sie von robusten Stosszylindern nach vorne geschoben werden –4 – 6 Meter in der Stunde.

Zylinder_blog Manometer_blog

Plötzlich kommt Hektik auf und die Männer in den orangen Warnwesten kontrollieren die unterschiedlichen heiklen Punkte. Weil die Verschubbahnbleche nass sind, läuft die Unterführung nicht so gut, wie wenn es trocken wäre. Das Heikelste, was passieren könnte ist, wenn sich etwas unter der Unterführung verkeilt. „Die Folie, die darunter liegt, hat uns einige Probleme bereitet. Aber jetzt läuft wieder alles planmässig“, erklärt Balz Girsberger.

Nach sechs Stunden atmen alle auf. Die ersten 20 m sind geschafft, die Unterführung steht an der vorgesehenen Stelle. Die nächsten 25 m werden im Laufe einer Nacht Ende Oktober geschoben. Dazu müssen jedoch zuerst die Gleise der Oberalpbahn entfernt werden.

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