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Andermatt Swiss Alps

Pläne aus Armenien für Andermatt

„Der Architekt muss nicht nur kreativ sein und gut zeichnen können, er braucht vor allem auch gute Nerven und einen langen Schnauf“, sagt Max Germann, Architekt und Partner bei der Germann & Achermann AG in Altdorf. Zurzeit beschäftigt er sich intensiv mit der Planung des zweiten Hotels, das in Andermatt gebaut wird. Auf die Frage, wie eine Bauplanung vor sich geht, holt er tief Luft. „Das lässt sich nicht in einem oder zwei Sätzen beantworten, das ist ein Prozess mit vielen Beteiligten, die sich finden müssen. Und das kann mehrere Jahre dauern.“ Am Anfang wird ein einfaches Modell erstellt, welches das Gebäude im Kontext zum Umfeld darstellt. Bereits in dieser Phase macht sich der Architekt Gedanken darüber, wer zusätzlich ins Team geholt werden muss. „Ein Bauprojekt ist immer eine Teamarbeit. Das geht vom Bauingenieur, der über eventuelle Risiken Bescheid weiss, über die verschiedenen Ämter für die Bewilligungen bis hin zum Handwerker, der auf der Baustelle arbeitet. Und je besser der Architekt auf der Klaviatur dieser Zusammenarbeit spielt, umso sicherer kann er seine Ideen entwickeln und umso reibungsloser verläuft der Bau.“

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Bevor aber der erste Bagger auf die Baustelle fährt, müssen die vielen Ausführungspläne gezeichnet werden. „Für das Hotel The Chedi Andermatt hatten wir zum Beispiel fast 5‘000 Pläne gemacht. Beim neuen Hotel werden es rund 2‘500 werden.“ Um diese Ausführungspläne zu zeichnen, muss der Architekt ganz andere Informationen zur Hand haben. „Wir sind bereits im Kontakt mit der Innenarchitektin des neuen Hotels. Wir müssen wissen, wo die Lüftung in den Zimmern hinkommt. Das bestimmt die Kanalführung und somit den Rohbau und eventuell das Fundament.“ Zur Vorbereitung des Bauprojekts gehört neben den Plänen zusätzlich das Einholen der ganzen Bewilligungen. „Mit anderen Worten reden da unter Umständen noch einmal rund 200 Personen mit und fordern, dass bestimmte Auflagen erfüllt werden.“ Von der Idee bis zum fertigen Hotel gibt es viele Hürden und Herausforderungen. „Darum ist die Kreativität nicht per se eine Anforderung, sondern eher der geschickte Umgang mit allen Kriterien.“

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Die Pläne für das neue Hotel in Andermatt werden nicht alle in Altdorf gezeichnet. Das Architekturbüro lässt sie zum Teil in Armenien herstellen. Dieses Joint Venture ist nicht etwa aus Kostengründen entstanden. Denn vor bald 15 Jahren hat ein armenischer Architekt bei Germann & Achermann ein 3-monatiges Praktikum gemacht. Der Kontakt blieb auch nach seiner Rückkehr nach Armenien weiterhin bestehen. Der junge Mann war – wieder zurück in seiner Heimat – sehr erfolgreich und eröffnete in Jerewan direkt neben der Oper ein wirklich schickes Architekturbüro. Und so ist – auch dank dem heute sehr leicht möglichen elektronischen Austausch von Informationen und Plänen – eine fruchtbare Zusammenarbeit gewachsen. Es ist auch ein regelmässiger persönlicher Austausch entstanden. Dabei hat der Lernprozess zwei Enden: Es reisen immer wieder Mitarbeiter von Altdorf nach Armenien, und junge armenische Architekten kommen für ein 3-monatiges Praktikum nach Altdorf. Max Germann freut sich: „Durch das Know-how, dass sie sich unter anderem bei uns aneignen, haben sie sich darauf spezialisiert, Gebäude nach westlichen Standards zu bauen.“

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