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Andermatt Swiss Alps

Die globalen Skitrends – ein Gastbeitrag von Louise und Simon Hudson

Die SkiArena Andermatt-Sedrun liegt voll im Trend. Vor allem durch die Skigebietserweiterung, die zurzeit stattfindet. Eine Frage, die sich dennoch stellt ist, wie das Skigebiet im weltweiten Vergleich dasteht.

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In den letzten 50 Jahren ist die Ski- und Snowboard-Industrie bemerkenswert gewachsen. Laut einer Schätzung gibt es ungefähr 120 Millionen Skifahrer und Snowboarder, die sich auf die rund 2‘000 Skigebiete in 80 Ländern aufteilen. Darunter befinden sich die etablierten Destinationen in Nordamerika, Westeuropa, Japan, Neuseeland und Australien, aber auch neue Resorts in Asien und Osteuropa, die um die zukünftige Generation von Wintersportlern aus Ländern wie China und Russland buhlen. Neben diesen demografischen Veränderungen hat auch die Technologie einen starken Einfluss auf die Wintersportprodukte und –dienstleistungen, und wie diese wahrgenommen werden.

Diversifikation

Die SkiArena Andermatt-Sedrun wächst zwar, doch dies ist kein Trend, den wir aktuell beobachten. In Nordamerika zum Beispiel ist die Zahl der Skigebiete in den letzten zwei Jahrzehnten von 516 auf 478 zurückgegangen. Experten sind der Meinung, dass heute verschiedene neue Faktoren zu einem Erfolg führen. Einerseits sind dies Investitionen in moderne Infrastrukturen, beispielsweise in den Bereichen Gastronomie und Beschneiung. Andererseits braucht es eine Wiederbelebung der echten Wintersport-Kultur, Destinations-Allianzen und ein Netzwerk starker Partnerschaften. Zudem spielt die Diversifikation eine zentrale Rolle: Einer von fünf Winterurlaubern fährt nicht Ski oder Snowboard, sondern sucht alternative Aktivitäten wie einzigartige Bergerfahrungen mit Hundeschlittenfahrten, Schneeschuhwandern, Seilrutsche/Flying Fox und so weiter.

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Demografische Daten

Während sich der Skiurlaub in den letzten 20 Jahren nicht gross verändert hat, sieht man auf den Pisten einen Wandel. Skifahrer gibt es immer weniger, aber die Zahl der Snowboarder hat sich in dieser Zeit mehr als verdoppelt. Die Frauenanzahl und auch das Durchschnittsalter haben sich in den letzten Jahren nach oben entwickelt. Ein wesentlicher Rückgang wurde bei den Unterrichtsstunden beobachtet. Nicht zuletzt, weil weniger Anfänger auf den Pisten sind. Mindestens bei uns in Grossbritannien wird befürchtet, dass die mageren Ausbildungszahlen einen negativen Einfluss auf die Zahl der Neu-Skifahrer haben.

Andermatt

Ehemalige Skifahrer und Snowboarder

Das grösste Potential für die Skigebiete – da sind sich die Experten einig – liegt nicht im Akquirieren von neuen Skifahrern und Snowboardern, sondern in der „Wieder-Aktivierung“ von jenen, die damit aufgehört haben. In Amerika gibt es beispielsweise 10,5 Millionen Skifahrer und Snowboarder, die durch die Veränderung der familiären Situation nicht mehr fahren. Selten jemand hört aus mangelnder Fitness mit dem Wintersport auf.

Ethnische Vielfalt

Die ethnische Vielfalt auf den Pisten hat sich verbessert, entspricht aber noch lange nicht einem Abbild der Bevölkerung. Nach wie vor sind Einkommen und Bildungsniveau prägender für eine Beteiligung am Wintersport als ethnische Zugehörigkeit. In dieser Richtung haben Skigebiete definitiv noch Entwicklungsbedarf.

 

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Barrierefreiheit

Die Wintersportindustrie generell könnte mehr für den barrierefreien Markt tun (also für Menschen mit einer körperlichen Einschränkung). Potenziell könnten so zusätzlich 600 bis 900 Millionen Menschen weltweit erreicht werden, das sind rund 10 % der Reisenden. Durch die zunehmende Überalterung der Gesellschaft wird dieser Anteil in Zukunft noch wachsen. Der barrierefreie Tourismus ist kein Nischenmarkt mehr. Alleine in den USA werden jährlich 13.6 Milliarden Dollar von Menschen mit einer Beeinträchtigung für Reisen ausgegeben. Vor allen in ihrer jetzigen Entwicklungsphase hat die SkiArena Andermatt-Sedrun die Chance, dass sie dieses Potential erkennen und für Skifahrer mit einer Behinderung entsprechende Infrastrukturen bieten kann. Sun Peaks in British Columbia, Kanada, ist ein gutes Beispiel eines barrierefreien Skigebiets.

Social Media

Die Social Media bekommen im traditionellen Marketing immer mehr Gewicht. Jedes Skigebiet braucht einen professionellen Auftritt auf Facebook, Twitter, Youtube oder Snapchat, um potenzielle und ehemalige Wintersportler zu gewinnen. Wer Wintersport macht, tut dies meistens nur während einer oder zwei Wochen im Jahr. Trotzdem redet er gerne noch lange und oft darüber, oder schwelgt in Erinnerungen, wenn er wieder zuhause ist. Die verschiedenen Social Media Plattformen sind eine optimale Möglichkeit, die Besucher zwischen zwei Besuchen oder in der Nebensaison begeistert für den Schneesport zu fesseln. Die SkiArena Andermatt-Sedrun muss jetzt kommunizieren, dass eine Skigebietserweiterung in diesem Masse in der Schweiz einzigartig ist, und sie an der Entwicklung des grössten Skigebiets der Zentralschweiz ist. Und auch, dass Nicht-Schweizer in die Immobilien der Andermatt Swiss Alps AG investieren können. Ein weiterer Marketing-Trick könnte sein, dass das Skigebiet Filmemacher für sich zu gewinnen sucht. Genau das ist in Sölden passiert, wo der neue 007-Film „Spectre“ (Start November 2015) gedreht wurde.

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Holt die Briten zurück

Aufgrund von gewissen Veränderungen im Schweizer Arbeitsgesetz haben Tausende von jungen britischen Skifans (sie wären das Lebenselixir der Nebensaison) keine Möglichkeit mehr zur Arbeit in Schweizer Tourismusregionen. Britische Chaletbesitzer und -vermieter, die traditionellerweise junge Briten eingestellt haben, wollen sich die Schweizer Mindestlöhne nicht mehr leisten. Das könnte eine weitere Chance für die SkiArena Andermatt-Sedrun sich zu profilieren. Junge Briten könnten in der aufstrebenden Beherbergungsindustrie der Region Arbeitsplätze, Praktika oder Lehrstellen finden, und dann gleichzeitig das Skigebiet beleben. Das ist nur eine Idee unter vielen. Andermatt braucht kreative Lösungen, die es von anderen Skigebieten abhebt und in diesem lukrativen Markt zu einem Leuchtturm werden lässt.

 

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Biografien

Die Ski-Journalistin Louise Hudson und der Touristik Professor Dr. Simon Hudson sind die Autoren des Buches „Winter Sport Tourism: Working in Winter Wonderlands“. Es kann über „Goodfellow UK publishers“. Der Leser erfährt mehr über Andermatt, Verbier, Sölden, Sun Peaks und viele andere Skigebiete weltweit sowie Trends und Innovationen der Wintersport-Industrie. Hier gibt es weitere Artikel von Louise Hudson: Oder folgt ihren neuesten Erkenntnissen über Twitter.

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