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Andermatt Swiss Alps

„Im Oktett muss jeder Spieler für jede Note gradestehen“

Berliner_Blog

Die Solisten aus den Reihen der Berliner Philharmoniker zählen zu den besten Musikern weltweit. Anfang Oktober konzertierten sie als Oktett in der barocken Pfarrkirche St. Peter und Paul in Andermatt. Am letzten Sonntag konzertierten sie in der barocken Pfarrkirche St. Peter und Paul in Andermatt. In der einzigartigen Bergatmosphäre spielten sie ausgewählte Stücke von Mozart und Schubert. Aus diesem Anlass haben wir mit den Solohornisten Stefan Dohr gesprochen.

Haben Sie sich bei der Musikwahl auf den Ort Andermatt eingestellt? Passt die Stückwahl besonders zu einem Ort in den Bergen?
Auf Andermatt haben wir uns nicht im Speziellen einstellen können, wohl aber auf den Anlass. Es ist das erste Konzert unseres Oktetts hier. Daher wollten wir gerne ein Werk mit einem leicht solistischen Charakter, wie das Klarinettenquintett, im Programm haben, in Verbindung mit Schuberts Oktett natürlich, um uns vor Ort vorzustellen. Und obwohl beide, Schubert und Mozart, als Personen eng mit der Stadt Wien verbunden sind, ist besonders Schuberts Musik mit ihrer romantischen Ausprägung für die Aufführung in der Natur geradezu prädestiniert. Was gäbe es Romantischeres als einen Ort fern der Hektik einer Stadt inmitten von Naturidyll und Bergmassiven für diese Musik? Eigentlich das perfekte Ambiente.

Kirche innen_blog

Wie haben Sie sich auf das Konzert vorbereitet?
Unsere Terminkalender so aufeinander abzustimmen, dass sich genügend Probenzeit für eine optimale Konzertvorbereitung ergibt, ist immer eine knifflige Angelegenheit. Dieses Mal hatten wir Glück, da wir mit dem Orchester gerade einen ganzen Beethoven-Zyklus vorbereiten und von daher viel in der Philharmonie in Berlin sind. So hatten wir nicht nur Zeit sondern auch Ruhe für die Proben.

Gehören grosse Werke, wie das Klarinettenquintett von Mozart und das Oktett von Schubert zu ihrem „Standard-Repertoire“?
Ja, und das sollte auch so sein. Schuberts Oktett, das Klarinetten- sowie das Hornquintett von Mozart und schliesslich das Septett von Beethoven sind ja nicht zufällig beim Publikum beliebte Werke. Es sind grandiose Meisterwerke, an denen sich jedes Oktett-Ensemble messen lassen muss.

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Was ist für Sie die grösste Herausforderung als Musiker im Philharmonischen Oktett?
Die Vielschichtigkeit – das ist die grösste Herausforderung und die grösste Inspiration zugleich. Durch seine Zusammensetzung verfügt das Oktett über eine schier unerschöpfliche Breite an Klangfarben und Ausdrucksmöglichkeiten. Im Grunde wie ein kleines Orchester, aber eben ohne den Rückhalt von dem Klangvolumen, in dem eine Schwäche überhört werden könnte. Es gibt keine Instrumentengruppen; im Oktett muss jeder Spieler für jede Note gradestehen.

Sie reisen viel, geben viele Konzerte, können Sie den Ort, an dem Sie sind, noch wahrnehmen?
Das versuche ich zumindest. Ich jogge regelmässig, wandere gerne und fahre viel Rad – sowohl daheim, wie auch, wenn ich unterwegs bin. Das verschafft in der Fremde schon einen schönen Eindruck von der Atmosphäre eines unbekannten Ortes. Wenn die Zeit es zulässt, bin ich der Typ, der rausgeht und was sehen will, anstatt sich im Hotel vor den Fernseher zu setzen.

Kirche aussen_blog

Können Sie sagen, was Ihnen besonders aufgefallen ist in Andermatt und seiner Kirche St. Peter und Paul, das den Ort vielleicht auch von anderen unterscheidet?
Es ist eine wunderschöne, prachtvolle Kirche, wenn auch akustisch nicht ganz unproblematisch. Das war eine Herausforderung und hat grossen Spass gemacht. Das Publikum war sehr begeisterungsfähig. Was Andermatt für uns von anderen Veranstaltungsorten unterscheidet? Es gibt eine – quasi „musikalische“ – Verbindung zwischen Andermatt und Berlin in Gestalt von Samih Sawiris. Die Philharmoniker treffen ihn immer wieder bei den Festspielen in Luzern; aber auch in der Berliner Philharmonie ist er ein gern gesehener Gast und Freund des Orchesters. In Berlin wiederum haben wir von seinem Engagement für Andermatt gehört. So gab es für uns als Oktett zu Andermatt tatsächlich schon eine Beziehung, ob wohl wir den Ort noch nicht kannten.

Kam es schon vor, dass Sie in Ihrer Tätigkeit als Musiker an einen Ort auf der Welt gereist sind und anschliessend als „Privatperson“ nochmals hinfuhren?
Da fällt mir momentan kein Beispiel ein. Von Andermatt konnten wir dieses Mal leider nicht viel sehen, da das Oktett mittags an- und abends bereits wieder abgereist ist. Ich halte es aber für durchaus möglich, dass ich bald einmal das Horn zu Hause lasse und mit meiner Familie ein paar Tage im The Chedi Andermatt verbringe, um diese atemberaubende Umgebung in aller Ruhe zu geniessen.

 

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