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Andermatt Swiss Alps

Zwischen Heiligen und Kruzifixen

Kloster1_Blog Titel

„Ich arbeite im Kloster.“ Dieser Satz mag etwas ungewöhnlich tönen, für die Mitarbeiter der Andermatt Swiss Alps AG ist er jedoch Alltag. Das Kloster St. Karl in Altdorf ist der Firmenhauptsitz. Für neue Mitarbeiter sehen die Korridore alle gleich aus, und den Weg zurück ins eigene Büro zu finden ist nicht ganz einfach. Roman Barmettler aus der Marketingabteilung erinnert sich schmunzelnd an seine ersten Tage hier. „Ich würde beim Arbeitsantritt eine Kloster-App mit Navigation begrüssen. Das hätte mir einige Umwege erspart.“

Die Büros sind teilweise aus verschiedenen Schlafräumen (Zellen) der Nonnen zusammengesetzt, indem Wände herausgetrennt wurden. Das ergibt ganz eigenwillige Raumaufteilungen, wie zum Beispiel im Marketingbüro, wo Eliane Keller arbeitet. „Die Atmosphäre im Kloster ist inspirierend für unsere Arbeit und hat uns schon zu manch kreativer Idee geführt.“ Nach kurzem Zögern ergänzt sie: „Ausser in den Sommermonaten, da ist es so heiss in unserem Büro, dass nur der Brunnen im Klostergarten Erfrischung bringt.“

Ein Teil der Finanzabteilung ist in der ehemaligen Hostienbäckerei untergebracht. Darum sind die Wände nicht aus Holz. Barbara Hiltbrunner, Sachbearbeiterin Buchhaltung, schätzt ihren speziellen Arbeitsort. „Nachdem ich einige Jahre in einem von Lärm und Hektik geprägtem Grossraumbüro gearbeitet habe, ist die Arbeit im Kloster eine Wohltat. Die wohnliche Atmosphäre in der kleinen Hostienbäckerei bietet eine angenehme Umgebung, in der ich mich in Ruhe auf meine Arbeit konzentrieren kann – mit Backen hat die jedoch nicht mehr viel zu tun.“ Auch andere Zimmer wurden kurzerhand umfunktioniert. Das Krankenzimmer hat ein Fenster, das sich zur Kirche hin öffnet. So konnten die Nonnen aus dem Krankenbett dem Gottesdienst beiwohnen. Heute ist es das Büro des CEO Franz-Xaver Simmen. Ob er das Fenster ab und zu für ein Stossgebet in Richtung Kirche braucht wollte er nicht verraten.

Im zweiten Stockwerk des Klosters sind die Zellen der Klosterfrauen unverändert geblieben. Neben dem Bett und einem kleinen Waschtisch steht in jedem Zimmer eine Betbank. Nur die Benutzung hat sich verändert. Wenn die Sitzungen länger dauern, oder eine Präsentation unbedingt noch fertiggestellt werden muss, können die Mitarbeiter der Andermatt Swiss Alps AG in diesen Zellen übernachten. „Ich war sehr froh um diese Zimmer als ich schwanger war“, ergänzt Annekathrin Meier. „So konnte ich ab und zu ein bisschen die Beine hochlagern und mich entspannen.“

Das Kloster ist weitgehend im Originalzustand geblieben. Kein Büro hat an der Türe den Namen des Mitarbeiters. Vielmehr hängen dort Tafeln mit unterschiedlichen Sprüchen. Ein Herzstück des Klosters ist die Memorialwand mit all den Namen der Schwestern, die in diesem Kloster gelebt und gebetet haben. Die Geschichte reicht bis ins 17. Jahrhundert zurück, als die Kapuzinerinnen von Attinghausen nach Altdorf zogen. Während über 300 Jahren lernten hier zwölf Generationen von Altdorfer Mädchen lesen, schreiben und rechnen.

Heute ist das denkmalgeschützte Gebäude im Besitz der kirchlichen Stiftung Frauenkloster St. Karl Altdorf.

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