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Andermatt Swiss Alps

Wenn Flachländer in den Bergen bauen

BAustelle 2 Blog neu

Das Hotel 4B und die Gotthard Residences nehmen allmählich Gestalt an. Schon vor der eigentlichen Schneeschmelze haben die Bauarbeiter die Bagger aus dem Winterschlaf geweckt und angefangen, die Vorbereitungsarbeiten für den Hochbau zu treffen. Lucas Conings, Deputy General Manager der Besix SA, war sich dabei der Herausforderungen bewusst: „In den Bergen gibt es eine maximale Bauzeit von acht Monaten. In dieser Zeit müssen die Arbeiten durchgeführt werden. Aber der Winter ist ja nicht unerwartet gekommen. Wir hatten die Baustelle eingestellt und unseren Construction Manager, Björn Huebner als Verstärkung für ein komplexes Projekt nach Polen ausgeliehen. Leider waren dort die Temperaturen noch niedriger als in den Bergen.“

Die Besix SA hat viele Aufträge am Meer, wie zum Beispiel in Lustica Bay – dem Tourismus-Projekt von Samih Sawiris in Montenegro, wo meist die Sonne scheint und die Temperaturen selten die 10 Grad-Celsius-Grenze unterschreiten. „Es ist ganz spannend! Meine Kollegen, die in den Emiraten und Katar arbeiten, können sich gar nicht vorstellen, was es bedeutet bei -10 oder -20 Grad Celsius zu arbeiten, wenn Beton und Aggregate geheizt werden müssen.“ In Ländern mit bis zu 60 Grad Celsius in Sonne wird der Beton nämlich mit Eis gekühlt, oder es wird zum Beispiel nur nachts betoniert. Eine komplett andere Technologie, aber mit demselben Ergebnis.

Für die belgische Firma gibt es auch einen Unterschied zum heimischen Markt. In Belgien misst der höchste „Berg“ Botrange 694 m über Meer. Lucas Conings, der in Belgien auf Meereshöhe wohnt, bemerkt lachend: „Zuhause bangen wir immer, dass die Eisberge nicht weiter schmelzen und Belgien bald komplett unter Wasser liegt. Aber bevor wir untergehen, wäre ja noch Holland an der Reihe“. Das Hotel 4B und die Gotthard Residences sind für die Firma Besix SA nicht der erste Auftrag unter solchen klimatischen Bedingungen, aber die Kombination aus Schnee, tiefer Temperatur und beschränkter Erreichbarkeit macht dieses Bauvorhaben einzigartig. „Für unsere Mitarbeiter ist die Anpassung an das Klima einfacher, als das Einleben in die Schweizer Mentalität. Aber auch da sind wir zuversichtlich, dass sie das schnell meistern werden.“

Der Bau der beiden Gebäude liegt im Zeitplan. Zurzeit wird der solide Betonsockel erstellt, anschliessend der obere Teil aus Stahlbeton hochgezogen. Teilweise werden dazu Fertigteile verwendet, die während der Wintersaison hergestellt wurden. Sobald das zweite Untergeschoss fertig ist, werden die Besucher von Andermatt vor Ort beobachten können, wie das Gebäude ständig wächst. Im Sommer werden bereits einige Geschosse stehen. „Wir werden auf jeden Fall alles unternehmen, damit zum nächsten Winter, und der kommt bestimmt, der Rohbau fertiggestellt ist. Und ich werde mich persönlich darum kümmern, dass wir rechtzeitig damit anfangen, das Richtfest zu organisieren, denn wo gearbeitet wird, darf auch gefeiert werden.“

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