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Andermatt Swiss Alps

Der Verkehrsdirigent in der Schöllenen-Schlucht

EP_Schoell_Bäzkehr_2016_05_Blog

Die Schöllenen ist eine imposante Schlucht, welche die Reisenden auf der Nord/Süd- und Ost/West-Route lange vor ein Hindernis gestellt hatte. Der Bau der durchgehenden Gotthardstrasse in der ersten Hälfte des 19. Jahrhunderts machte sie dann aber für jedermann befahrbar. Millionen von Reisenden haben die Schlucht seither passiert – gelegentlich mit einem leichten Frösteln und immer beeindruckt von der kargen Felslandschaft. Diese wichtige Verbindungsstrasse bedarf nun einer umfassenden Instandsetzung und Renovation, was eine logistische Herausforderung darstellt. Ruedi Baumann aus Attinghausen, Leiter Verkehrsmanagement, steht in der Mitte der rund fünf Kilometer langen Strecke und hat alles unter Kontrolle. „Während den Sommerferien kann es schon sein, dass pro Stunde rund 850 Autos die Baustelle passieren – pro Richtung. Das ist zwar anspruchsvoll, aber nicht unlösbar.“

Ruedi Baumann dirigiert den Verkehr und muss dabei auf verschiedene Interessengruppen Rücksicht nehmen. „Morgens und abends sind die Pendler vom und zum Urserental unterwegs. Die wollen natürlich nicht zu lange anstehen, um pünktlich bei der Arbeit zu sein. Dann hat es jede Menge Baustellenverkehr. Lastwagen, die Material hin- und abtransportieren oder Arbeiter, die auf der ganzen Länge der Baustelle zum Einsatz kommen. Hinzu kommt der Baustellenverkehr für das Tourismusresort Andermatt. Das Urserental ist aber vor allem ein beliebtes Reiseziel, also hat es viele Touristen sowie auch Postautos. Während der ganzen Zeit muss zudem gewährleistet sein, dass die Blaulichtorganisationen – Polizei, Ambulanz oder Feuerwehr – zeitnah ins Urserental kommen.“ Alles das unter einen Hut zu bringen ist eine Herkulesaufgabe. Ruedi Baumann bringt jedoch so schnell nichts aus der Ruhe.

„Wir haben an neun strategischen Stellen Kameras installiert. Auf meinen Monitoren kann ich das Geschehen der ganzen Schlucht beobachten und situativ in den Verkehrsfluss eingreifen.“ Regelmässig geht er nach draussen und überwacht den Verkehr mit eigenen Augen. Dank langjähriger Erfahrung im Verkehrsmanagement analysiert und kombiniert er postwendend.

Der aktuelle Baufortschritt der Schöllenen entspricht dem Terminplan. Die Sanierung der Gotthardpassstrasse hat gerade die Halbzeit erreicht. Die Hauptarbeiten in der Schöllenen werden voraussichtlich per Ende 2018 abgeschlossen sein. Die Fertigstellungsarbeiten werden im 2019 ausgeführt. Dieses Jahr wird hauptsächlich an der Galerie Heuegg, am Trassee und den Stützmauern zwischen der Galerie Heuegg und der Galerie Tanzenbein Nord und an den Bäzkehren gearbeitet. Für den Langsamverkehr (Velofahrer und Wanderer) wird ein separates Trassee und eine Unterführung erstellt.

Verantwortlich für die Instandsetzung und Werterhaltung der historisch bedeutenden Strecke ist das Bundesamt für Strassen ASTRA. Die Kosten für die Planung und Ausführung dieser Sanierung belaufen sich auf rund CHF 105 Mio.

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